Monatsarchive: Oktober 2008

Vernissage 28.10.08 – Ölbilder von Hans Freihammer über den Mont Ventoux

Vernissage am Dienstag, den 28. Oktober ab 18.30
Ausstellungsdauer: 28.10.08 – 7.11.08
 

Expressive & Wilde Bilder in Öl
des Mont Ventoux
von seinem 232maligen Bezwinger (als Radrennfahrer) Hans Freihammer

Ort: The Bicycle Company
Stadtamhof 6, 93059 Regensburg

Auf den Seiten von http://www.the-bicyclecompany.de/ fand ich leider auf die Schnelle keine näheren Informationen. Näheres über die Ausstellung liefere ich in den nächsten Tagen nach.
 

 

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Lesung am 24. Oktober – Jaroslav Rudis

Am 24.10. 2008

liest Jaroslav Rudis aus seinen Büchern
 

„Der Himmel unter Berlin“ und „Grandhotel“

im KunstvereinGRAZ e.V. Schäffnerstrasse 21.

Seit seinem (auch in deutscher Übersetzung erschienen) Debütroman „Der Himmel unter Berlin“ gilt Jaroslav Rudis als frecher Jungstar der tschechischen Literatur. Und das nicht ohne Folgen: Sein zweiter Roman „Grandhotel“ (seit 2008 auch in deutscher Übersetzung) hatte fast zeitgleich auch Premiere auf den tschechischen Kinoleinwänden. 2007 erschien in Tschechien sein dritter Roman „Potichu“ („Die Stille“), Auch der wurde von der tschechischen Kritik begeistert aufgenommen.

Neben diesen Büchern ist Jaroslav Rudis auch Autor der Comictrilogie „Alois Nebel“, Die Zeichnungen (Originale von Jaromir99) sind seit dem 17.10 im KunstvereinGRAZ ausgestellt.

Rudis (geboren 1972 in Turnov) studierte zunächst in Liberec, Zürich und Prag Germanistik, Geschichte und Journalistik, bevor er durch ein Journalisten-Stipendium nach Berlin kam, wo auch sein erster Roman entstand.

„Der Himmel unter Berlin“ ist ein Schelmenroman über Tote, Untote, Lebende und Rocksänger und Schauplatz ist der Berliner „Untergrund“.
Die Stockende Zeit ist eine Schlüsselmetapher im Roman:
„Seit ich hier bin, fließt die Zeit langsam, sie stockt und modert wie die Spree an der Museumsinsel. Die Tage werden nicht weniger, sie rasen nicht wie verrückt, sie verwischen nicht, sie existieren nicht“ lässt Rudis seinen Protagonisten Petr Bem sagen.

Beginn: 20 Uhr,  Eintritt 4 / 5 Euro

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Heart-Chor Regensburg – die Überraschung für 2008 – Termine: 7. und 8. und 11. November

Regensburger TagebuchHeartchor Regensburg Konzert 2008: Das Leben ist wie ein Film

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Kunst: Lesung und Comicausstellung “Alois Nebel – My Life” – 17. bis 28. Oktober 2008

Alois Nebel – My Life

- Ein schwarz-weißer Eisenbahnblues aus dem Sudetenland -

Regensburger Tagebuchhttp://www.aloisnebel.com/english/stripy/strip-helena.gif

17. bis 28. Oktober

Kunstverein GRAZ Regensburg, Schäffnerstrasse 21

Offnungszeit: täglich von 16 bis 19 Uhr

 

Eröffnung: 17.10. 2008 um 20 Uhr mit Jaromir 99

Lesung: 24. Oktober um 20 Uhr, Eintritt 5,- / 4,- Euro

 
 

Die Comictrilogie „Alois Nebel“ erfreut sich in ihrem Erscheinungsland, der Tschechischen Republik, großen Erfolgs, aber auch über die Landesgrenzen hinaus ist der „Bahnerer“ bekannt geworden. Mit Hilfe der Hauptfigur Alois Nebel ist es dem Text-Autor Jaroslav Rudis und dem Zeichner Jaromír 99 gelungen, die bewegte Geschichte des Sudentenlandes sowie der damaligen Tschechoslowakei in ihren Comics Revue passieren zu lassen.

Der Held dieser Geschichten, Alois Nebel, halb Tscheche, halb Deutscher, arbeitet als Fahrdienstleister - ein sogenannter „ajznbonak“ – auf einem kleinen Bahnhof im ehemaligen Sudetenland.

Alois hat das Gefühl, dass er ab und zu Dinge sieht, die andere nicht sehen können: wie beispielsweise die Züge der Jahre 1918, 1945 oder auch 1968. Diesen Zügen entsteigen unter anderem pöbelnde Nazis, marschierende Russen oder auch protestierende tschechische Jugendliche.

Die Comictrilogie erlaubt einen Einblick in deutsch-tschechische und natürlich europäische Geschichte – ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit tschechischem Humor und in exzellenten, kraftvollen Graphiken.

Beide Autoren der Comicbände sind etablierte Akteure in der tschechischen Kulturwelt:

  • Jaroslav Rudis ist Schriftsteller, Dramatiker, Journalist und Drehbuchautor und durch seine Bücher, wie Der Himmel unter Berlin, auch in Deutschland sehr bekannt.
  • Jaromír 99 ist Sänger und Texter der Rockband Priessnitz und hat unter anderem die Storyboards für so erfolgreiche Filme wie Samotaří (2000) und Jedna Ruka netleská (2003) geschrieben. 

Beide Künstler werden in Regensburg zu Gast sein!

Die Comicausstellung Alois Nebel – My Life ist in zwei Teile von 16 Drucken (70 x 100 cm) gegliedert. Der erste Teil gibt Aufschluss über die Biographie der fiktiven Hauptfigur Alois Nebel und der zweite Teil stellt Szenen aus den Comicbüchern dar.

Am 24. Oktober um 20 Uhr wird Jaroslav Rudis aus seinen Büchern „Der Himmel unter Berlin“ und „Grand Hotel“ lesen.

Die Figur des Alois Nebel hat mittlerweile in Tschechien ein Eigenleben entwickelt und zahlreiche Blogs, ein Theaterstück und die Band The Bombers hervorgebracht; demnächst folgt ein Film.

Der KunstvereinGRAZ Regensburg freut sich sehr, die Ausstellung Alois Nebel – My Life in Regensburg zeigen zu können, bevor sie nach New York weiterreist.

Kuratorin: Marian Mure

Mit Unterstützung der Stadt Regensburg, des Tschechischen Zentrums München, von Bayhost Uni Regensburg und der Bayerischen Staatskanzlei. Dafür bedankt sich der KunstvereinGRAZ ausserordentlich.

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Wiedervereinigung in Regensburg

Regensburg, 2. Oktober, nachts um halb zwölf. Ich komme gerade nach Hause. In der Altstadt ist die Hölle los. Trotz Kälte stehen und laufen ganze Gruppen durch die Straßen, und zwar nicht diszipliniert, wie man das bei uns gewohnt ist, sondern fröhlich lärmend wie im Fasching. Vor der Cafe-Bar, vor dem Moritz, in der Pustetpassage, überall Gruppen. Allein an der Tatsache, dass morgen ein Feiertag ist, kann es nicht liegen, das entspricht nicht der Erfahrung. Entweder ich habe etwas verpasst, oder die Leute feiern wirklich die Wiedervereinigung.

Ich erinnere mich, der Tag, nach dem sich in Berlin die Grenzen geöffnet hatten. Am liebsten wäre ich nach Berlin gefahren, aber die Transitstrecke war noch nicht frei. Also packte ich meinen Sohn und wir fuhren zu Bekannten nach Hof. Auf der wenig befahrenen Autobahn kamen ab uns zu Trabbis entgegen, hupend und blinkend, und wir hupten zurück. In Hof hatte die Polizei, ein dickes Lob an die Stadtverwaltung, bereits die Altstadt für den Verkehr gesperrt und Helfer wiesen alle Besucher aus Ost und West auf große Parkplätze am Rande des Stadtkerns.

Die Altstadt selbst war dicht gefüllt. Im Gegensatz zu den Straßen außenrum und im Gegensatz zu Berlin wurde wenig gejubelt oder gefeiert. Die Leute schoben sich ruhig durch die Menge, wie verwirrt, in Trance, Orientierung in der neuen Umgebung suchend. Mit Orientierung meine ich natürlich nicht die Örtlichkeiten, sondern den Alltag im Westen – wie läuft das hier, was gibt es hier, wie verhält man sich hier und und wie spielt sich der Alltag ab. Man erzählte mir, dass an den fliegenden Ständen die Bananen, die Ananas und die Coca-Cola-Getränke aus waren und wegen des Sonntags nicht nachgefüllt werden konnten.

Am nächsten Tag machten wir uns schon für die Rückfahrt bereit, als die Meldung kam: "Ulitz ist offen". Ulitz ist ein kleines Dort, ca 20 km nördlich von Hof, das einen normalerweisen unbenutzten Grenzübergang besaß. Also dort hin, eine Kamera hatte ich leider nicht dabei. Es war ein sonniger Vormittag und die Strecke führte durch eine hügelige und wunderschöne Gegend, grün und mit weidenden Pferden. 1 km vor der Grenze war die Straße einseitig gesperrt, man musste in einer Seitenstraße parken. Von dort pilgerten die Leute rechts und links Richtung Ulitz und winkten den entgegenkommenden Trabbis zu.

Das Dorft Ulitz liegt auf der Höhe einer langestreckten unbewaldeten Kuppe, und bestand aus ein paar Häusern zur linken des Wegs. Rechts war nur Wiese, soweit ich mich erinnern kann. Am letzten Haus endete der geteerte Weg, ging in einen unbefestigten Weg über, der ca 500 m weit durch die Wiesen verlief, und dann hinter Kuppe verschwand; im Hintergrund sah man Wälder. Grenzbefestigungen waren nicht sichtbar; offenbar war die eigentliche Grenze außer Sicht. Polizisten sorgten dafür, dass niemand die unsichtbare Grenze am letzten Haus übertrat, und rechts und links standen die Leute Spalier und begrüßten alle Neuankömmlinge.

Am Spalierbeginn hielten die Trabbis kurz an oder verlangsamten, so dass ein paar Worte gewechselt werden konnten. Und einige, die auf der Wiese noch aufgeregt freudig nach vorne geblickt hatten, brachen genau an dieser Stelle in Tränen aus und konnten nicht mehr weiterreden. Ein ergreifendes Erlebnis, dass mir noch lange Gänsehaut verursachte, wenn ich an diese Momente zurückdachte. Auf der Rückfahrt war ich jedenfalls sehr nachdenklich. So konnte man also, im Gegensatz zu Berlin, hier die eher sentimentale Seite der Wiedervereinigung erleben.

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