Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Donnerstag, 16. Juli 2026

Wie genial war das denn - Duo Leichtmetall beim Jazzweekend 2026

Beim Jazzweekend in Regensburg war das Duo "Leichtmetall" ein besonderes Highlight. Das Münchner Elektro-Jazzpop-Duo, bestehend aus Marion Dimbath und Anja Morell, spielte am Freitagabend im Degginger. Sie traten dort als Teil der „Jazz-in-Residence“-Reihe auf. 

Für das Festival wurde das Duo, das nach eigener Aussage schon lange nicht mehr live begleitet wurde, von Mathias Götz (Posaune), Robert Bischoff (Tuba) und Wolfgang Kotsowilis (Schlagzeug) verstärkt.

Duo "Leichtmetall" bei der Probe im Degginger, 3. Juli 2026


Als ich am Freitagabend beim Degginger vorbeikam, wusste ich von alldem  noch nichts. Die Künstler probten gerade eines ihrer Stücke, und da der Auftritt erst später geplant war, hatte ich noch eine Chance, ein Foto von der vollständigen Besetzung zu schießen. 

Bei den allerersten Klängen war ich verwirrt. Das klang zunächst mal wie irgendeine Mischung von Kraftwerk und 80er-Jahre-Metal-Punk, kombiniert mit deutschen Texten und minimalistischen Choreografien. 

Doch schnell war ich restlos begeistert - das Ganze war überraschend schön, innovativ, mit originellen Texten und hervorragend bis ins letzte Detail. Ich wusste, mit diesem Auftritt will ich mein Freitagsprogramm beenden.

Ich kam also später zum eigentlichen Auftritt ins Degginger. Keine Chance mehr, mich vorzudrängen. Ich saß im hinteren Bereich, ruhte mich von meinen Rundgängen aus und hörte nur zu. 

Ich konnte  die genialen Texte leider kaum verstehen und die Choreografie nicht verfolgen.  Aber: ich langweilte mich keinen Moment. Denn die Melodien waren nicht nur schön, sondern auch voller überraschender Wendungen. Auch die Harmonik begeisterte mich: komplexe Akkordfolgen und immer wieder überraschende Übergänge, wie man sie eher aus dem Jazz oder der klassischen Musik kennt. 

Und die Kombination der Instrumente war unglaublich: von Tuba bis zum Glockenspiel. Aber alles harmonierte.

Und um das Wort „originell“ noch einmal zu strapazieren: Als in einem Stück ein bayerisches Jodeln eingearbeitet wurde, war selbst das musikalisch so einfallsreich, dass es meilenweit von allem entfernt war, was ich an Parodien bisher gehört habe.

Auch wenn ich nichts sehen konnte - es war ein Genuss, zuzuhören, und das galt für jedes Stück. Für mich war dieser Abend eine derjenigen musikalischen Offenbarungen, die ich sonst nur alle paar Jahre erlebe, wenn ich etwas völlig Neuartiges höre (zuletzt, als ich die Musik von Terry Riley entdeckte). 

Bei der anschließenden Recherche wartete noch eine Überraschung auf mich: Eine der beiden Künstlerinnen war Marion Dimbath. Den Namen kannte ich bereits – ich hatte sie erst am Vortag beim Pre-Opening im Gewerbepark mit ihrer Band Triorange erlebt (siehe meinen Bericht hier). Dort trat sie als Posaunistin, Bandleaderin und Komponistin zahlreicher eigener Stücke auf. Offenbar war sie beim Jazzweekend gleich in zwei Formationen zu hören.

Allerdings hatte mich zunächst etwas irritiert: Von ihrem Auftritt mit Triorange kannte ich Marion Dimbath mit hellen Haaren, während beide Sängerinnen von Leichtmetall pechschwarze Haare trugen. Offenbar gehörte eine Perücke zum Bühnenkonzept.

Bilder:


Montag, 13. Juli 2026

Neue Lokale in Regensburg

Es tut sich laufend was in der Regensburger Gastronomie - im Grund ekönnte man ständig nur über dieses Thema schreiben. Was ich normalerweise nicht mache. Ich picke aber paar Änderungen aus den letzten Monaten heraus:

Hanabi - ehemaliges Chaplin (so nennen wir das Lokal immer noch) neben dem Ostentorkino: Die zuletzt dort residierende "Hamburgerei" ist Geschichte. Tri Hung Ngo und Van Tuyen Hoang eröffneten im April 2026 das Fusionslokal  “Hanabi"

Gianna Panini - ehemaliges Bagel-Lokal in Oberen Bachgasse: Bianca Bergmann vom Legato übernimmt als zweites Projekt das Bagel-Lokal in der oberen Bachgasse und nennt es: Gianna Panini  (eine Anspielung auf Lieblingssängerin Gianna Nannini.)

Ha Tien Umzug in die Drei-Mohren-Straße
Siehe https://www.regensburger-tagebuch.de/2026/07/neueroffnung-des-ha-tien-in-der-drei.html




Ehemaliges Gloria-Kino: Gloria-Trattoria

Das neue "Gloria Trattoria". 



Akropolis in der Leublfingstraße
Einige haben es vielleicht nicht gemerkt, aber das Lokal stand in jüngster Zeit wieder leer. Jetzt ist ein Nachfolger gekommen. Die Familie hatte vorher jahrzehntelang ein Lokal in Nittendorf, erzählte mir der Betreiber





Nachträglich freigeschalteter Artike über das Palletti 2010:

Übrigens: bei meinen Recherchen zu bestimmten Lokalen in Regensburg bin ich darauf gestoßen, dass ein mir wichtiger Blogartikel über das Palletti verloren gegangen war. Er betrifft den Inhaberwechsel im Jahre 2010, als wir Stammkunden hofften, dass das Lokal im alten Sinne fortgeführt wird.  Was sich im Nachhinein als richtig herausstellt hat - die neuen Betreiber haben die Erfolgsstory des Palletti fortgeführt und die Hoffnungen von uns Stammkunden übererfüllt. 

Der Artikel zeigt unter anderem Fotos von Umbau und Neueröffnung.

Ich habe den Artikel - eines der vielen Opfer eines Hackerangriffs im Jahr 2012 - erfolgreich restaurieren können, aber er war noch nicht freigeschaltet. Das habe ich nachgeholt:  ich habe ihn unter dem Original-Datum freigeschaltet, nämlich dem 29. März 2010:


"Neustart der Cafe-Bar Palletti im Jubiläumsjahr 2010"
vom 29. März 2010


Ich finde, der Artikel ist aus heutiger Sicht ein interessantes Dokument.


29. März 2010: Letzte Renovierungsarbeiten im Palletti 

(Warum in der URL der Juni auftaucht - und sich nicht ändern lässt - ist ein technisches Phänomen)

Parkhaus Unterer Wöhrd wächst heran

Was haben wir älteren Regensburger schon alles gesehen, wenn wir über die Nibelungenbrücke fuhren. Wir sahen das alte Eisstadion in Aktion, wir sahen das stillgelegte Eisstadion als Ort für Veranstaltungen oder Open-Air-Kinofilme, wir verfolgten den Abriss, dann das Entstehen des Parkplatzes. Wer von uns sich noch an die Zeit vor 1967 erinnern kann, hat vielleicht sogar noch den alten "Winterhafen" gesehen, der dort 113 Jahre lang esistierte, bevor er 67/68 verfüllt wurde.  Ich war damals zu klein, und habe das nicht registriert.

Als ich am Parkplatz vor Jahren mit Yorki spazieren ging, fragte mich ein Tourist: "Eine vielleicht dumme Frage - aber wo ist hier das alte Eisstadion? Hier soll ein Reisebus starten" "Sie sind genau drauf." antwortete ich und klärte ihn über die Namensgebung auf.

Der Parkplatz war - wegen seiner kostenlosen Verfügbarkeit - eine geniale Sache für Besucher, für Anwohner in der Altstadt, und für Leute wie mich, die mal zwischendurch mit dem Hund an der Donau spazieren gehen wollten.

Schon seit einiger Zeit kann ich nicht mehr schnell mal dort parken, um ein wenig spazieren zu gehen. Und mit Baubeginn des neuen Parkhauses ist der zur Verfügung stehende Parkplatz noch mehr reduziert. Aber irgendwann mal sollen mehr Parkflächen zur Verfügung stehend. Denn entstehen soll hier bekanntermaßen dort das Parkhaus "Unterer Wöhrd". Die Vorbereitungen dazu begannen im März 2026, aber erst seit ein paar Wochen wird der Bau auf der Nibelungenbrücke für die Autofahrer sichtbar. Zuerst sah man nur das Treppenhaus, danach reckten sich immer mehr Streben wie Finger hoch.

Baustelle Altes Eisstadion: Parkhaus Unterer Wöhrd im Bau; 02.07.2026


Was kommt hier also?

Nach Beschluss des Stadtrates vom 30. Juli 2025 (Bebauungsplan Nr. 279 & 76) wird eine so genannte "Mobilitätsdrehscheibe" durch den Bau einer neuen Parkierungsanlage am Parkplatz "Altes Eisstadion" realisiert. Das Parkhaus soll 580 Stellplätze enthalten, inklusive 50 E-Ladepunkte sowie oberirdischen Stellplätzen, sodass am Unteren Wöhrd insgesamt 1.000 Stellplätze entstehen. Auf den oberirdischen Stellplätzen sind Kurrzeit-, Carsharing- und Wohnmobilstellplätze geplant. Im Bereich der ebenerdigen Stellplätze werden mindestens 10 neue Bäume gepflanzt, heißt es auf der Projektseite der Stadt Regensburg.

Das Parkhaus wird mit zwei Aufzügen, einem barrierefreien Zugang sowie einer WC-Anlage (inklusive Behinderten-WC) ausgestattet. Tagsüber wird Service-Personal vor Ort tätig sein, auch eine Tourismusinfo ist dort vorgesehen. Car- und Bike-Sharing Möglichkeiten werden bereits angeboten. Ebenfalls gibt es bereits Fahrradabstellanlagen sowie Schließfächer. Auf dem Dach des Parkhauses wird eine PV-Anlage angebracht.

Wie das aussehen soll, kann man auf folgender Webseite der Stadt Regensburg herausfinden:

Sonntag, 12. Juli 2026

Die Hummelhochzeit - der Beginn eines neuen Hummelvolkes

Hummelkönigin und Drohne bei der Paarung


Mein Sohn machte mich darauf aufmerksam, als ich in den Garten kam: "wenn du was Besonderes fotografieren willst, dann hol deine Kamera. Da hängt schon seit einer halben Stunde eine Hummelkönigin bei der Paarung".

Ich machte ein paar Fotos, widmete mich dann wieder dem Besuch und den spielenden Kindern. Eine halbe Stunde später war das Paar immer noch da, zwei Stunden später waren sie verschwunden.

Nachdem ich die Bilder übertragen hatte, habe ich recherchiert. Vermutlich handelt es sich um Steinhummeln (Bombus lapidarius): fast vollständig schwarz mit leuchtend rotem Hinterleib. Oben die Jungkönigin, das deutlich kleinere Tier darunter ein Männchen.

Die Paarung fand an einem Grashalm statt. Die Königin (erkennbar an der Krone, erklärte mir mein Sohn) hielt sich mit ihren Beinen am Gras fest, während das Männchen (eine "Drohne") unter ihr hing. Obwohl diese Position recht ungewöhnlich aussieht, ist sie für Hummeln typisch; ebenso, dass die Drohnen viel kleiner sind.

Während der gesamten Zeit blieben beide Tiere so gut wie unbeweglich. Ich hatte schon vermutet, die leben vielleicht nicht mehr, und ich fotografiere tote Insekten. Was aber nicht der Fall war.

Die Paarung von Hummeln erfolgen offenbar im Hoch- oder Spätsommer, nachdem die jungen Königinnen und Männchen ihre Geburtsnester verlassen haben. Hat ein Männchen eine Königin gefunden, kann die Begattung zwischen einer halben Stunde und weit über einer Stunde dauern.

Die lange Dauer hat ihren biologischen Sinn: Während der Begattung werden die Spermien in die Samentasche der Königin übertragen. Dort bleiben sie über den gesamten Winter und sogar bis ins nächste Jahr lebensfähig.

Die Königin paart sich in der Regel nur ein einziges Mal in ihrem Leben und kann mit diesem Vorrat später alle Eier befruchten, aus denen Arbeiterinnen und neue Königinnen entstehen.

Nach der Paarung gehen die Lebenswege der beiden Tiere auseinander. Es gibt also keine Flitterwochen Das Männchen stirbt in der Regel wenige Wochen später. Sie dürfen außerdem nicht mehr ins Nest. Daher hört man Berichte, dass sie auf Blüten schlafend gesehen wurden.

Die begattete Jungkönigin frisst sich zunächst Fettreserven an und sucht anschließend ein geschütztes Winterquartier. Als einziges Mitglied ihres Volkes (alle anderen Hummeln sterben im Herbst) überwintert sie und gründet im folgenden Frühjahr ein völlig neues Hummelvolk.

Die Fotos zeigen damit eigentlich einen der wichtigsten Augenblicke im Lebenszyklus von Hummeln, nämlich den Beginn einer neuen Generation.

Das war der erste Anblick und ich konnte kaum etwas erkennen.  Auch in der Ausschnittvergrößerung verschmelzen die beiden Hummeln miteinander

Fredrik Lindqist in der Galerie Distelhausen

Die Galerie Insinger in Distelhausen hat derzeit den Künstler Fredrik Lindqvist zu Gast. Lindqyist arbeitet mit Holzschnittdruck auf Stoff wobei die Bildelemente auf verschiedene Stoffe gedruckt, ausgeschnitten, und zu neuen Bildern collagiert werden.



05.07.2026 – 30.08.2026
„DER VERZAUBERTE ALLTAG“
Fredrik Lindqvist

Galerie Distelhausen






Galerie Distelhausen
Carola Insinger
Distelhausen 1
93188 Pielenhofen
Tel. 0172/8610036

Öffnungszeiten:
Freitag/Samstag/Sonn-u. Feiertage: 14 – 18 Uhr
und nach Vereinbarung: Tel.: 0172 8610036

https://www.galerie-distelhausen.de/

http://www.fredrik-lindqvist.com/