Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Dienstag, 11. August 2026

Günther Kempf in der Städtischen Galerie - noch bis 6. September

REMIX Fools Hands / Narrenhände
Günther Kempf
Städtische Galerie Leerer Beutel
25.06. bis 06.09.2026

Sondertermin:
Meet & Greet / Künstlergespräch
20.08.2026, 19 Uhr

Aus der Pressemitteilung der Stadt:
Mit der Ausstellung „REMIX Fools Hands / Narrenhände“ verwandelt Günther Kempf das 1. Obergeschoss der Städtischen Galerie im „Leeren Beutel“ in ein temporäres Gesamtkunstwerk. Die weiß gestrichenen Wände werden zur unmittelbaren Arbeitsfläche des Künstlers. Im Verlauf der Ausstellung entsteht ein Werk, das wächst, sich wandelt und mit dem Ende der Präsentation unwiederbringlich verschwindet.

Der freischaffende Künstler Günther Kempf ist Maler, Bildhauer und Musiker. Seit mehr als 30 Jahren begeistert er das Regensburger Publikum mit seinen Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen. Spuren seiner unverwechselbaren Bildsprache finden sich auch im Regensburger Stadtraum, wo seine großformatigen Fassadenarbeiten vielen Menschen im Alltag begegnen.

Ausgehend von der Bildsprache des Comics, insbesondere der belgisch-französischen Schule, entwickelte Günther Kempf seine eigenwillige künstlerische Sprache zwischen Figuration, Symbolik und malerischer Geste. Seine Arbeiten erscheinen direkt, frei und voller erzählerischer Energie. Was sonst als Regelbruch verstanden werden könnte, wird hier zum Ausgangspunkt eines freien künstlerischen Prozesses, wie auch das Konzept der Ausstellung beweist.

Der Titel der Ausstellung greift das alte Diktum „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“ auf und verwandelt es schöpferisch produktiv. Bei Günther Kempf wird die Wand selbst zum Träger der künstlerischen Arbeit. Der Ausstellungsraum wird zum Schauplatz eines offenen Prozesses, in dem Kunst nicht als abgeschlossenes Objekt erscheint, sondern als flüchtiges Ereignis im Hier und Jetzt.

Sondertermin:


Donnerstag, 20.08.2026:
19 Uhr, Meet & Greet / Künstlergespräch
Kulinarisches vom Restaurant & Bistro Orphée

Große Ostbayerische Kunstausstellung 2026 in Deggendorf

Regensburger Kunstinteressierte kennen sie natürlich: die "Große Ostbayerische Kunstausstellung" des BBK. Eine Ausstellung, in der für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Die jährlich stattfindende Ausstellung wird in dreijährigem Rhythmus an verschiedenen Ausstellungsorten präsentiert: in der Städtischen Galerie Regensburg (zuletzt 2025), im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg (zuletzt 2024) und im Kulturviertel Deggendorf. 

Und dieses Jahr ist Deggendorf dran. 

Ich habe nach meinem Besuch in Zwiesel am letzten Sonntag auch noch diese Ausstellung besucht und möchte hier auf diese Ausstellung hinweisen:



Große Ostbayerische Kunstausstellung
BBK Niederbayern/Oberpfalz
27. Juni - 6. September 2026

Deggendorf (Stadtmuseum u. Handwerksmuseum)




Auf den Ausstellungsflächen des Stadtmuseums und Handwerksmuseums zeigen 76 Kunstschaffende insgesamt 123 Werke und geben einen umfassenden Einblick in die aktuelle ostbayerische Kunstszene. 

Der Eintritt ist günstig: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Bei Temperaturen ab 30 Grad gibt es im August freien Eintritt. Seit 13 Uhr haben wir freien Eintritt, sagte mir der Portier im Handwerksmuseum. 

Veranstaltungsort ist diesmal Stadtmuseum und ein Raum im schräg gebenüberliegenden Handwerksmuseum. Diese Kombination wird oft praktiziert. Der Eintritt gilt immer für beide Museen. 

Gleich hinter dem Handwerksmuseum gibt es noch den Kapuzinerstadl, in welchem derzeit auch eine Ausstellung von drei Künstlern zu sehen ist. Diese habe ich aber am Sonntag nicht geschafft.

Klimaanlagen gibt es aber in den Museen nicht. Im Stadtmuseum war es aber gut auszuhalten.

Ein Parkhaus ist gleich daneben. Ein paar Meter weiter kommt man zum Stadtzentrum.



Deggendorfer Stadtmuseum (links) und Handwerksmuseum (rechts)





Internationale Glasausstellung in Zwiesel - und Zwiesler Buntspecht 2026

In Zwiesel locken - wie jedes Jahr im August - gleich zwei Ausstellungen: die sehenswerte "Internationale Glaskunstausstellung" im Waldmuseum und der  "62. Zwiesler Buntspecht", eine allgemeine Kunstausstellung, über die ich schon mal vor zwei Jahren berichtet hatte. 

Ich besuchte beide Ausstellungen am Sonntag, wohl wissend, das ich das auch mit der Zwieseler Glasnacht nächste Woche hätte verbinden können. Ich habe den Ausflug nicht bereut. Vor allem die Glaskunstausstellung gefiel mir sehr gut.

Internationale Glaskunstausstellung 2026 im Waldmuseum Zwiesel

Waldmuseum Zwiesel - gleich neben der Kirche

Die Internationale Glaskunstausstellung 2026 hat diesmal das Thema "Mystische Kreaturen und Mythische Wesen" und wird vom 31.07. - 16.10.2026 gezeigt. Es gibt eine Finissage am 16. Oktober um 19 Uhr. Ort ist das "Waldmuseum Zwiesel"  in der zweiten Etage. Der Eintritt umfasst auch den Besuch von Erdgeschoß und erster Etage.

Die Öffnungszeiten: Mo, Do, Fr, Sa, So: 10:30 bis 16:00 Uhr. Di und Mi sind normalerweise Ruhetage - aber während der bayerischen Schulferien gibt es keine Ruhetage. Ort: Waldmuseum Zwiesel, Kirchplatz 3, 94227 Zwiesel, Tel. +49 9922 503706, https://www.waldmuseum-zwiesel.de/veranstaltungen/internationale-glaskunstausstellung/

Nach einer Mittagsmahlzeit, das ich mir mit acht emsigen Wespen teilte, ging ich durch die sonntäglich-menschenleere Hauptstraße zurück Richtung  "Zwiesler Buntspecht"-Ausstellung. 

Rechts vom Rathaus: der Weg zur Terrasse der Mittelschule

Der Zwiesler Buntspecht (hier ohne e im Wort Zwiesel) findet schon zum 62. mal statt, und zwar vom 3. August bis 30. August 2026. Veranstaltungsort ist die riesige Aula der Mittelschule und ein Nebenraum. 

Die traditionsreiche Kunstausstellung zeigt täglich von 13:00 bis 18:00 Uhr Werke aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei (Glas, Holz, Stein, Metall) und Keramik. Die Werke sind von bayerischen und tschechischen Künstlern. Wie üblich ist das verbunden mit einer Ausstellung von Werken der  Glasfachschule Zwiesel sowie  einer Sonderausstellung - diesmal vom Künstler Siegfried Schriml. 

Adresse: Mittelschule Zwiesel, Böhmergasse 7, Zwiesel. Täglich von 13 bis 18 Uhr. Webseite: www.bayerischer-waldverein-zwiesel.de/buntspecht/. Eingang unten über die Terrasse, also nicht oben beim Haupteingang der Schule.

Zwiesler Buntspecht 2026

Bei der Rückfahrt nach Regensburg habe ich in Deggendorf pausiert, um mir dort die diesjährige Ostbayerische Kunstausstellung anzusehen. Darüber poste ich einen eigenen Veranstaltungshinweis.

Wer sich für eine der hier genannten Ausstellungen in Zwiesel interessiert, könnte das am 14. August mit dem Besuch der Zwiesler Glasnacht verbinden. 


Siehe auch: 

Sonntag, 9. August 2026

Zwieseler Glasnacht kommt am 14.08.26



Am Freitag, den 14. August 2026 (Beginn: 18:00 Uhr), lädt die Glasstadt Zwiesel wieder zur „Zwieseler Glasnacht“ ein. Das bedeutet eine Nacht lang Party, Glas, Feuer und Licht

Jedes Jahr Mitte August ( um "Mariä Himmelfahrt") verwandelt sich die Zwieseler Innenstadt einen Abend lang in eine Partymeile, auf der unter dem Motto "Glas-Feuer-Licht" an verschiedenen Plätzen der Stadt gefeiert wird. 

Traditionell wird die Glasnacht von dem amtierenden Bürgermeister sowie der Glaskönigin eröffnet. Schwedenfeuer und Windlichter aus Glas weisen allen Besuchern im Anschluss den Weg zu den einzelnen Veranstaltungsorten, an denen ein abwechslungsreiches Programm angeboten wird. Live-Musik, Glasvorführungen und kulinarische Leckereien sorgen bis weit nach Mitternacht für beste Stimmung.

Ich hatte die Glasnacht eher zufällig im Jahr 2024 erlebt, als ich eine Glaskunstausstellung in Zwiesel besuchte. Einen Bericht darüber gibt es hier: https://www.regensburger-tagebuch.de/2024/08/von-zwiesel-zu-bayerisch-eisenstein.html

Man kann das als Tourist gut verbinden mit einem Besuch von zwei parallel laufenden Ausstellungen:

  • Internationale Glaskunstausstellung im Waldmuseum
  • Zwieseler Buntspecht 

44. Regensburger Stummfilmwoche - 11. bis 16. August 2026

Stummfilmklassiker, kombiniert mit Live-Musik. Das Ganze möglichst OpenAir im traumhaft schönen Ambiente des Thon-Dittmer-Innenhofs. Das ist  das Erfolgsrezept der Regensburger Stummfilmwochen. 

1982 erstmals vom "studentischen Arbeitskreis Film" als Einzelprojekt durchgeführt, schlossen sich VHS und DAI  an, so dass ab 1983 diese Veranstaltung alljährlich im Thon-Dittmer-Palais durchgeführt werden konnte. Ab hier wurde dann auch gezählt. Dieses Jahr startet die 44. Stummfilmwoche, und zwar

vom 11. bis 16. August 2026

Die Wetteraussichten sind in diesem Jahr hervorragend.  Bei schlechtem Wetter werden die Vorführungen ins Kino im Leeren Beutel verlegt, dort ist auch der Sitz des Vereins, der heute "Arbeitskreis Film Regensburg e.V." heißt.

Ich habe jahrelang die Filme im Arkadenhof besucht, mittlerweile kenne ich natürlich die meisten Filme. Allerdings gibt es mittlerweile restaurierte Fassungen, und immer wieder tauchen neue Schätze auf. 

Gestartet wird mit einem Klassiker von Harald Lloyd, "Safety Last" (deutscher Titel "Ausgerechnet Wolkenkratzer"), der auch die berühmte Uhr-Szene enthält, die wohl schon jeder mal zumindest als Screenshot gesehen hat. 

In dieser ikonischen Sequenz hängt der Hauptdarsteller Harold Lloyd am Zeiger einer riesigen Uhr an der Fassade eines Wolkenkratzers weit über dem Straßenverkehr. Gefilmt wurde die Szene ohne Spezialeffekte mithilfe einer optischen Täuschung: Das Set war auf dem Dach eines tiefer gelegenen Gebäudes platziert, sodass die Kamera die echte Straßenschlucht im Hintergrund erfasste, während Lloyd bei einem Sturz auf eine Plattform gefallen wäre. Abgesehen davon sind die artistischen Leistungen von Lloyd immer noch erstaunlich.

Harold Lloyd in „Safety Last!“ (1923) Quelle: Wikimedia Commons (Gemeinfrei)


Das Programm zur Stummfilmwoche findet ihr auf: www.stummfilmwoche.de/

Übrigens: Herr Medard Kammermeier, der federführend beteiligt war an der Etablierung der Stummfilmwoche (und später auch der Kurzfilmwoche) erhielt im Jahre 1922 den Kulturpreis der Stadt Regensburg (siehe https://www.regensburger-tagebuch.de/2022/11/gelungen-die-kulturpreisverleihung-2022.html)

Eingangs nannte ich das DAI, das neben VHS das Projekt unterstützte. Ältere Regensburger kennen den Begriff noch, der fest mit dem Thon-Dittmer-Palais verbunden war: DAI bedeutet Deutsch Amerikanisches Institut. Das DAI Regensburg existierte bis 1999 im Thon-Dittmer-Palais. Die Geschichte der Amerikahäuser findet man hier: 
https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Amerikah%C3%A4user