Beim Jazzweekend in Regensburg war das Duo "Leichtmetall" ein besonderes Highlight. Das Münchner Elektro-Jazzpop-Duo, bestehend aus Marion Dimbath und Anja Morell, spielte am Freitagabend im Degginger. Sie traten dort als Teil der „Jazz-in-Residence“-Reihe auf.
Für das Festival wurde das Duo, das nach eigener Aussage schon lange nicht mehr live begleitet wurde, von Mathias Götz (Posaune), Robert Bischoff (Tuba) und Wolfgang Kotsowilis (Schlagzeug) verstärkt.
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| Duo "Leichtmetall" bei der Probe im Degginger, 3. Juli 2026 |
Als ich am Freitagabend beim Degginger vorbeikam, wusste ich von alldem noch nichts. Die Künstler probten gerade eines ihrer Stücke, und da der Auftritt erst später geplant war, hatte ich noch eine Chance, ein Foto von der vollständigen Besetzung zu schießen.
Bei den allerersten Klängen war ich verwirrt. Das klang zunächst mal wie irgendeine Mischung von Kraftwerk und 80er-Jahre-Metal-Punk, kombiniert mit deutschen Texten und minimalistischen Choreografien.
Doch schnell war ich restlos begeistert - das Ganze war überraschend schön, innovativ, mit originellen Texten und hervorragend bis ins letzte Detail. Ich wusste, mit diesem Auftritt will ich mein Freitagsprogramm beenden.
Ich kam also später zum eigentlichen Auftritt ins Degginger. Keine Chance mehr, mich vorzudrängen. Ich saß im hinteren Bereich, ruhte mich von meinen Rundgängen aus und hörte nur zu.
Ich konnte die genialen Texte leider kaum verstehen und die Choreografie nicht verfolgen. Aber: ich langweilte mich keinen Moment. Denn die Melodien waren nicht nur schön, sondern auch voller überraschender Wendungen. Auch die Harmonik begeisterte mich: komplexe Akkordfolgen und immer wieder überraschende Übergänge, wie man sie eher aus dem Jazz oder der klassischen Musik kennt.
Und die Kombination der Instrumente war unglaublich: von Tuba bis zum Glockenspiel. Aber alles harmonierte.
Und um das Wort „originell“ noch einmal zu strapazieren: Als in einem Stück ein bayerisches Jodeln eingearbeitet wurde, war selbst das musikalisch so einfallsreich, dass es meilenweit von allem entfernt war, was ich an Parodien bisher gehört habe.
Auch wenn ich nichts sehen konnte - es war ein Genuss, zuzuhören, und das galt für jedes Stück. Für mich war dieser Abend eine derjenigen musikalischen Offenbarungen, die ich sonst nur alle paar Jahre erlebe, wenn ich etwas völlig Neuartiges höre (zuletzt, als ich die Musik von Terry Riley entdeckte).
Bei der anschließenden Recherche wartete noch eine Überraschung auf mich: Eine der beiden Künstlerinnen war Marion Dimbath. Den Namen kannte ich bereits – ich hatte sie erst am Vortag beim Pre-Opening im Gewerbepark mit ihrer Band Triorange erlebt (
siehe meinen Bericht hier). Dort trat sie als Posaunistin, Bandleaderin und Komponistin zahlreicher eigener Stücke auf. Offenbar war sie beim Jazzweekend gleich in zwei Formationen zu hören.
Allerdings hatte mich zunächst etwas irritiert: Von ihrem Auftritt mit Triorange kannte ich Marion Dimbath mit hellen Haaren, während beide Sängerinnen von Leichtmetall pechschwarze Haare trugen. Offenbar gehörte eine Perücke zum Bühnenkonzept.
Bilder: