Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 9. August 2026

44. Regensburger Stummfilmwoche - 11. bis 16. August 2026

Stummfilmklassiker, kombiniert mit Live-Musik. Das Ganze möglichst OpenAir im traumhaft schönen Ambiente des Thon-Dittmer-Innenhofs. Das ist  das Erfolgsrezept der Regensburger Stummfilmwochen. 

1982 erstmals vom "studentischen Arbeitskreis Film" als Einzelprojekt durchgeführt, schlossen sich VHS und DAI  an, so dass ab 1983 diese Veranstaltung alljährlich im Thon-Dittmer-Palais durchgeführt werden konnte. Ab hier wurde dann auch gezählt. Dieses Jahr startet die 44. Stummfilmwoche, und zwar

vom 11. bis 16. August 2026

Die Wetteraussichten sind in diesem Jahr hervorragend.  Bei schlechtem Wetter werden die Vorführungen ins Kino im Leeren Beutel verlegt, dort ist auch der Sitz des Vereins, der heute "Arbeitskreis Film Regensburg e.V." heißt.

Ich habe jahrelang die Filme im Arkadenhof besucht, mittlerweile kenne ich natürlich die meisten Filme. Allerdings gibt es mittlerweile restaurierte Fassungen, und immer wieder tauchen neue Schätze auf. 

Gestartet wird mit einem Klassiker von Harald Lloyd, "Safety Last" (deutscher Titel "Ausgerechnet Wolkenkratzer"), der auch die berühmte Uhr-Szene enthält, die wohl schon jeder mal zumindest als Screenshot gesehen hat. 

In dieser ikonischen Sequenz hängt der Hauptdarsteller Harold Lloyd am Zeiger einer riesigen Uhr an der Fassade eines Wolkenkratzers weit über dem Straßenverkehr. Gefilmt wurde die Szene ohne Spezialeffekte mithilfe einer optischen Täuschung: Das Set war auf dem Dach eines tiefer gelegenen Gebäudes platziert, sodass die Kamera die echte Straßenschlucht im Hintergrund erfasste, während Lloyd bei einem Sturz auf eine Plattform gefallen wäre. Abgesehen davon sind die artistischen Leistungen von Lloyd immer noch erstaunlich.

Harold Lloyd in „Safety Last!“ (1923) Quelle: Wikimedia Commons (Gemeinfrei)


Das Programm zur Stummfilmwoche findet ihr auf: www.stummfilmwoche.de/

Übrigens: Herr Medard Kammermeier, der federführend beteiligt war an der Etablierung der Stummfilmwoche (und später auch der Kurzfilmwoche) erhielt im Jahre 1922 den Kulturpreis der Stadt Regensburg (siehe https://www.regensburger-tagebuch.de/2022/11/gelungen-die-kulturpreisverleihung-2022.html)

Eingangs nannte ich das DAI, das neben VHS das Projekt unterstützte. Ältere Regensburger kennen den Begriff noch, der fest mit dem Thon-Dittmer-Palais verbunden war: DAI bedeutet Deutsch Amerikanisches Institut. Das DAI Regensburg existierte bis 1999 im Thon-Dittmer-Palais. Die Geschichte der Amerikahäuser findet man hier: 
https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Amerikah%C3%A4user

Samstag, 8. August 2026

Wieder mal gelungen - REWAG Nacht in Blau 2026

REWAG Nacht in Blau 2026

Es war eine der schönsten "blauen Nächte" im Regensburger Stadtpark, die ich erleben durfte. Das Wetter war bis in die milde Nacht hinein genial, und die Musikauswahl gelungen. 

Die Organisation durch die Stadttocher "REWAG" war hervorragend, lediglich der Ansturm auf die Essens- und Getränkeausgaben war wohl stärker als geplant. Das Publikum war zivilisiert und bis in die Nacht hinein friedlich. Viele hatten ihren eigenen Proviant mitgebracht, den sie auf Picknick-Decken oder den auf den von der REWAG gestellten Tischen ausbreiteten. Besucher entdeckten in dem gefüllten Park fast zwangsläufig alte und junge Bekannte, man hörte vielerorts ein freudiges "Ja-hallooo!". Unserer Gruppe ging es nicht anders - manchmal entdeckten wir gleich mehrere alten Bekannte gleichzeitig.

Es gab zwei Musikbühnen und eine dritte Bühne war für Tanzworkshops und Jonglagen bestimmt. Die Veranstalter hatte wieder kostenlos viele Stühle und Tische aufgestellt, die man frei nutzen durfte. 

Ich selbst kam erst ab 18 Uhr und  genoss zuerst die Cosmonautix mit ihrem fetzigen Sound auf der grünen Bühne, und zwischendurch ein wenig Swing mit "Sissi swingt" auf der blauen Bühne. Dazwischen durften Spaziergänge und Gespräche nicht fehlen. 

Später hörte ich die kolumbianische Band "Dr. Krapula", die für ihre sozialkritischen Texte bekannt sind. Wir wechselten dann aber doch zur italienischen Band "Rekkiabilly". Diese international angesehene Rockabilly-Band wird neuerdings mit einem Bläsersatz unterstützt und fegte uns einfach weg - vom ersten bis zum letzten Stück.  Diese Band war eine echte Überraschung und ein wunderbarer Abschluss Konzertphase.

Nach 22 Uhr gibt es keine Bühnenmusik mehr, aber die Leute saßen noch auf den Bänken herum und unterhielten sich. Ich bekam endlich ein Getränk und pflanzte mich auf eine der Bänke, in deren Umfeld ein wenig Musik am Tisch zu hören war. Nicht zu laut, grad so, dass man halt an den Nachbartischen "völlig losgelöst" mitsingen konnte, und ansonsten mit ruhigen Gesprächen um mich herum. Ich hielt es im Park noch eine Stunde aus, obwohl ich mittlerweile alleine unterwegs war. Zu schön war die Atmosphäre und die traumhafte Beleuchtung im Park. 

Vielen Dank an die Organisatoren. Und ich bin dankbar für das wunderbare Regensburger Publikum.




Cosmonautix spielen  ihren "Rocket Balalaika Speedfolk"





Die gelbe Bühne; im Hintergrund das KOG und der Pallas Athene auf der Dachkuppel, in der gelegentlich aufblitzenden Sonne leuchtend





Sissi swingt - auf der blauen Bühne

Die Sonne bricht durch

Auf der gelben Bühne steht einer Kopf

Kolumbianische Band Dr. Krapula

Es wird langsam dunkel - die blaue Nacht bricht herein



Rekkiabilly 











Austausch

 













Auch nach 22 Uhr - die Leute genießen die milde Nachtluft

Mit Liebe zum Detail





Endlich keine Schlange vor der Getränkeausgabe