Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Montag, 27. Juli 2026

Wie sich die KI ein Regensburg um 1594 fantasiert



Leute, ich kann Euch nur empfehlen: sichert euch das folgende KI-Video (solange es noch auf youtube existiert), ladet Freunde ein und macht dann ein Trinkspiel. Für jeden groben Schnitzer wird einer gehoben. Aber nur bei groben Schnitzern, sonst gibt es die Alkoholvergiftungen schon am Anfang.

"Regensburg im Jahr 1594 — So haben Sie den Reichstag noch nie gesehen"
https://www.youtube.com/watch?v=9TKoyQfGXOE

Ihr wisst ja, wie das heutzutage funktioniert: man lässt von einer KI einen Aufsatz zu einem Thema generieren, wechselt dann zu einer Video-KI und lässt dort passende Szenen generieren und lädt sie auf youtube hoch.. Ich habe schon zahlreiche solcher Videos angesehen, sie sind halbwegs informativ und die miserable Untermalung mit Bildern schadet nicht.

Aber wenn man sich als Thema "Regensburg um 1594" (oder in einem anderen Video "Regensburg um 1200") nimmt, und man Regensburg überhaupt nicht kennt, so dass einem die KI-Fehler nicht auffallen, dann wird es heftig. Hier könnte man sagen, die falschen Bilder schaden. Da fantasiert sich die KI das Bruckmandl als übergroße Bischofsfigur, und die Eingangstür zum Alten Rathaus (eigentlich gut im Netz dokumentiert) wird unrealistisch erfunden, wobei an den (erfundenen) Säulen rechts und links jeweils zwei große Figuren mit Namen "Schutz und Trutz" stehen (in Wirklichkeit zwei Köpfe im Relief über dem Eingang). 

Bei der Steinernen Brücke fehlen die damals vorhandenen drei Türme, dafür sieht man die modernen Straßenlaternen. Das südliche Brücktor hat - sofort erkennbar - das heutige Aussehen, das es 1900 durch die straßenbahnbedingte Verbreiterung erhielt. Und immer wieder sieht man im Hintergrund die Donaunordfront von circa 2020, mit den Domspitzen, die in Wirklichkeit erst 1859 mit Rückendeckung von König Ludwig gebaut wurden. Bis dahin sah man den Dom immer nur mit stumpfen Turmabdeckungen.

Das tut schon weh. Anfangs ärgerte ich mich, aber spätestens ab dem "Bruckmandl" lag ich lachend am Boden. Trotzdem: ist das nicht eine Verunglimpfung von Regensburg? Wenn auch ungewollt, natürlich. 

Da kann man jetzt streiten. Die Absicht war ja eine gute.

Aber eines ist sicher, und das Thema ärgert mich schon seit vielen Jahren: wir haben eine Uni hier, mit einem Geschichtsinstitut, und das in einer der ältesten Städte Europas. Da sind doch genug Geschichtsstudenten da. Da hätte es vor Jahren schon wimmeln müssen von 3D-generierten Gebäudemodellen oder Rekonstruktionen aus der Römerzeit. Ich hatte vor 10 Jahren mal verglichen: eine Handvoll von 3D-Modellen, die man in google-earth einblenden in Regensburg kann, in München und vielen  anderen Städten dagegen gab es ein Vielfaches (und ich rede nicht von der Modellen, die google mit Hilfe von Flugzeugaufnahmen macht, sondern Modelle, die man kostenlos mit 3d-Software sketchup machen konnte). 

Und das hat sich in den letzten Jahren für Regensburg nicht geändert! Das ist doch traurig, oder?

Und mit Einführung der KI-Modellen hätte man sich auch dem Erstellen von Videos widmen können. Eigentlich schon vorher: als ich das Eingangs-Video im Haus der bayerischen Geschichte sah (ich meine das  360-Grad-Panorama-Video mit Moderator Christoph Süß) dachte ich mir: warum sieht man nicht mehr solche computergenerierten Ansichten. Aber gut: damals war das wohl noch was für Experten. Vielleicht kommen Studenten an das Material nicht heran.

Sehen wir uns die Lage an: wir haben hier ein KI-generiertes Video über das mittelalterliche Regensburg, das irgendjemand in Deutschland machte (und da muss man den guten Willen loben) und die Regensburger, die das besser hätten machen können, haben das verschlafen. (Eigentlich gibt es sogar zwei Videos, dazu weiter unten)


Hier müsste das historische Wurstkuchl in Stadtamhof sein. Und der Dom ist der 
moderne Dom nach 1859 (mit Domspitzen)

30 Sekunden später wird der Eingang Säulen und Figuren haben


Rechts unten habe ich die echten "Schutz und Trutz"-Figuren eingeblendet.


So sieht die KI den alten Reichssaal. Dabei gibt es genug Fotos im Netz

Angeblich das alte Rathaus von Regensburg



Brücke mit Straßenlaternen, ohne Mittel-Turm und Abgang zum Wöhrd, mit modernem Brücktor und modernem Dom (mit Domspitzen)



Zweites Video: Regensburg um 1200

Es gibt noch ein anderes Video aus derselben Schmiede:
Warum Regensburg im Mittelalter so reich wurde (Regensburg um 1200)

Aber hier sind die Fehler nicht so eindeutig und nur für Fortgeschrittene erkennbar. Und dass die später vorhandenen drei Türme auf der Brücke fehlen, ist sogar korrekt - denn 1200 waren die noch nicht da. Was aber einem Kenner ins Auge springt: schon zu Beginn wird Regensburg mit der Stadtmauer von der Zeit nach 1300 gezeigt (nach der zweiten Stadterweiterung), was natürlich nicht zum Regensburg von 1200 passt. 

Aber wie gesagt: hier ist wenig Raum zum Lästern, ungeeignet für ein Trinkspiel. Und wenn ich ehrlich bin: kleinere Fehler machte auch ich in den letzten Jahren, wenn ich über geschichtliche Themen recherchierte und schrieb (und nicht nur ich: auch Fachleute bis hin zu Professoren). 






Samstag, 25. Juli 2026

Treml im Degginger

Neue Gedichte von Hubert Treml und neue Gedichte-Bilder von Klaus Kuran kann man diese Woche bis Sonntag (also vom 21. bis 26. Juli) im Degginger (Regensburg, Eingang Tändlergasse) täglich von 12 Uhr bis 18 Uhr besichtigen. (Eintritt ist natürlich frei).

POESIE & PINSELSTRICH - Eine SCHMUCKE Ausstellung
Hubert Treml, Klaus Kuran

Hubert teilt außerdem mit: "Herzlichen Dank allen, die mir immer wieder schöne Rückmeldungen zu meinen Gedichten schicken! So will ich gerne zum dritten und letzten Mal einen dicken Gedichtband mit über 350 nigelnagelneuen Es-war-einmal-Gedichten in Form eines Tageskalenders herausbringen"

Donnerstag, 23. Juli 2026

Klangfarbenfestival und Markt der Kulturen 2026

Das Klangfarbenfestival zählt seit vielen Jahren zu den musikalischen Höhepunkten in Regensburg. Vom 24. bis 26. Juli verwandeln sich der Haidplatz und das Thon-Dittmar-Palais wieder in eine Bühne für Musik aus aller Welt.

Im Thon-Dittmer-Palais gibt es die Konzerte im Rahmen des Klangfarben-Festivals. Am benachbarten Haidplatz gibt es den "Markt der Kulturen", wo Waren aus aller Welt angeboten. Und auch dort spielt die Musik! Die Eröffnung erfolgt ,ot Gitarrenstücken des Regensburger Musikers Milorad Romic

Auch in diesem Jahr ist die Sparkasse Regensburg wieder Hauptsponsor des Festivals.

Neben den Konzerten lädt auch der Markt der Kulturen zum Entdecken ein. Dort werden Waren aus verschiedenen Ländern angeboten und ergänzen das musikalische Programm.

Siehe auch: https://www.tvaktuell.com/mediathek/video/regensburg-buehne-frei-fuer-das-17-klangfarbenfestival/

Dienstag, 21. Juli 2026

Barbara Muhr - Vernissage im neuen Schaulager Erdel




Die Ausstellung „Remember that summer“ von Barbara Muhr wurde am 17. Juli 2026 im Schaulager der Galerie Erdel eröffnet. Die Künstlerin, die 2023 den Kulturförderpreis Regensburg erhielt, zeigt dort großformatige Werke, die den Zeitgeist ihrer Generation einfangen.

Die Ausstellung war sehr gut besucht. Das lag natürlich an der Künstlerin, aber auch daran, dass die Besucher von einer Besonderheit wussten: das Schaulager der Galerie mit der Adresse "Am Schallern 4", 50 Meter von der eigentlichen Erdel-Galerie am Fischmarkt entfernt, geht neue Wege, und dies ist die erste Ausstellung mit dem neuen Konzept. 

Bisher wurde nämlich das Schaulager nur als "kleine Schwester" der Galerie "artspace Erdel" bezeichnet. Man konnte dort gelagerte Werke ansehen, es gab aber auch eigene Ausstellungen oder die Räume wurden als zusätzliche Räume für Ausstellungen im artspace benutzt. 

Die Betreiber Wolfgang Erdel und Antonia Kienberger haben nun beschlossen, dass das Schaulager erwachsen werden soll. In Ergänzung zum bisherigen Galerienprogramm wird im Schaulager künftig eine eigene Linie gefahren, die von Antonia Kienberger eigenständig kuratiert wird. 

Den Auftakt zu diesem neuen Konzept bildet diese Einzelausstellung von Barbara Muhr.

Montag, 20. Juli 2026

Jürgen Hubers Menschenkette - eine Hommage an die Mitglieder des Neuen Kunstvereins

Am Donnerstag den 16. Juli 2026 wurde die Ausstellung "Menschenkette" des Künstlers Jürgen Huber beim "Neuen Kunstverein Regensburg" eröffnet. Der Verein ist dabei nicht nur Aussteller, sondern auch Thema der Werke. Denn die sind als eine Ehrenbezeugung an die ehrenamtlichen Macher des Vereins konzipiert.






Geburtsgrüße vom Verein


Kunstvereine gibt es seit über 200 Jahren. Sie vermitteln Kunst an das breite Publikum.  Dabei  leben sie von ehrenamtlich engagierten Menschen, die sich für Kunst und kulturellen Austausch einsetzen. So auch die Mitglieder des "Neuen Kunstvereins Regensburg", die seit 1987 Kunst im Regensburger Raum sichtbar machen. 

Als Anerkennung entstand im Herbst letzten Jahres die Idee einer Portraitausstellung, die sich als "Hommage an all jene, die mit ihrem Einsatz Kunst sichtbar machen und ihr einen lebendigen Ort in der Gesellschaft geben" versteht. Ein Zeichen der Anerkennung für die Vereinsmitglieder also,

Der Künstler Jürgen Huber bat die Mitglieder, Fotos oder Bilder von sich zu übersenden. Einige Portraits besaß er schon, weitere fertigte er in den letzten Monaten an. 

Dabei benutzte er die ihm typische expressive Darstellungsweise, so dass die Betroffenen nicht so einfach identifizierbar sind. Er wollte auch keine normalen Portraits erstellen, erklärte der Künstler, das sei noch nie seine Art gewesen.