Im Kunst- und Gewerbeverein wurde am 6. März 2026 die (hier von mir angekündigte) Ausstellung WELTWUNDERN eröffnet. Die Künstlerinnen Andrea Golla, Martina Salzberg, Elke Zauner, Jasmin Schmidt und Erika Wakayama stellen ihre Werke aus.
Die Begrüßung erfolgte - in Vertretung von Herrn Dr. Haber - durch Vorstandsmitglied Antonia Kienberger. Diese ging auf die Viten der Künstlerinnen ein.
Danach führte Tony Kobler in die Ausstellung und damit auf die Werke ein. Die Zeit reichte nicht für alle Details - aber dazu ist Gelegenheit bei seinen Führungen am 8.3. und 22.3. um jeweils 14 Uhr. Am 22. März gibt es im Anschluss an die Führung, um 15 Uhr, eine Gesprächsrunde mit den Künstlerinnen Golla, Salzberg und Zauner.
Interessant ist der kleine Raum im Osten, der "Idas Wunderkammer" genannt wird. Wunderkammer nannte man Kuriositätenkabinette, und der Name Ida bezieht sich auf die die Kunstförderin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel, 1870 als Ida Coblenz geboren.
Nachdem Tony Kobler mich in seinem Vortrag auf diese Person neugierig gemacht hatte, recherchierte ich anschließend - im Cafe um die Ecke- und ich kann meinen Lesern nur empfehlen, sich mit dieser interessanten Person zu befassen.
Ida Dehmel erschaffte zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, dem damals bekannten Dichter Richard Dehmel, 1901 in Berlin einen Kunstsalon für avantgardistische Kunst, wo Dichter und Künstler von Rang und Namen verkehrten. 1912 ließen sie dann ein vom Architekten Walther Baedeker neu errichtetes Haus in Blankenese erstellen, das heute noch als Dehmel-Haus existiert, und das sie zu einem Gesamtkunstwerk ausgestalteten. Das Dehmel-Haus gehört heute der Stadt Hamburg und enthält circa 40.000 Archivalien.
Ida Dehmel engagierte sich ferner als Frauenrechtlerin, und sie gründete nicht nur den Frauenbund zur Förderung Deutscher Bildender Kunst sondern auch die GEDOK (ursprünglicher Name "Gemeinschaft deutscher und oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen); der Verein ist bis heute das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Kunstgattungen.
Sie engagierte sich auch noch in anderen Verbänden und Organisationen, und förderte Künstlerinnen, indem sie Mäzene vermittelt.
Ab 1933 wurde Ida Dehmel als Jüdin ausgegrenzt. Sie musste ihre Ämter niederlegen und durfte nicht mehr publizieren. 1942 beging sie Selbstmord, um der Deportation zu entgehen.