Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Montag, 13. April 2026

800 Jahre Franz von Assisi

Der  800. Todestag des heiligen Franz von Assisi fällt in das Jahr 2026. Dazu gibt es eine über das Jahr verteilte Vortragsreihe des KEB Regensburgs, die im März begann.

Man mag die Besessenheit von Assisi und den Armutsregeln seines Bettelorden für übertrieben und uninteressant finden - aber Assisi und die ihm folgenden Franziskanerorden haben europaweit die Kirche positiv verändert,  das System der Seelsorge gefördert, und sogar die Kirchenarchitektur mitbestimmt. 

Auswirkungen der Franziskanerbewegung waren:

  • eine stärker volksnahe Predigt (auf Deutsch statt Latein)
  • Betonung von Armut, Demut und Nächstenliebe
  • Kritik an übermäßigem Reichtum der Kirche
  • Mehr Seelsorge für Arme und Kranke und Unterstützung von Randgruppen
  • Betreuung von Hospitälern und Armeneinrichtungen

  • Und was die Architektur betrifft: es entstand ein neuer Bautyp: die Predigtkirche, die stärker auf die städtische Bevölkerung ausgerichtet war, und entsprechend den Armutsregeln schlicht gehalten war.

    In Regensburg haben wir als Beispiel die Regensburger Minoritenkirche, als Bestandteil des Franziskanerklosters (heute Bestandteil des Historischen Museums am Dachauplatz). 

    Aber auch die Dominikaner orientierten sich an diesem Baustil - in Regensburg zu sehen an der Dominikanerkirche St. Blasius beim Bismarckplatz.

    Einer der nächsten Vorträge lautet Franz von Assisi | Sein radikal einfaches Leben inmitten der Natur 

    Und hier gibt es ein Kuriosum. Denn sein radikal einfaches Leben - in einer Kapelle in mitten eines kleinen Wäldchens außerhalb von Assisi  - wurde von einem späteren Papst nicht wirklich verstanden. Denn der ließ über die Kapelle des Assisi eine protzige Basilica bauen.

    Der Hintergrund: 3 km von dem Geburtsort Assisi entfernt, im heutigen Ort Santa Maria degli Angeli,  befand sich ca 1205 ein Steineichenwald. Dort renovierte Assisi - nach einer Gottesvision - eine verfallene Kapelle namens Portiuncula und scharte seine Anhänger um sich. Sie bildeten den ersten Bettelorden und lebten in dem Wäldchen. Kennzeichen des Ordens: absolute Armut ohne Besitz (persönlich und als Gemeinschaft) und  Pflege von Kranken. 

    Nachdem er immer bekannter wurde, wollte der Abt von Monte Subasio dem hl. Franziskus die Kapelle schenken. Der pochte aber auf die Regel, dass er kein Eigentum besitzen dürfe und vereinbarte, die Portiuncula zu mieten. Als Jahreszins wurde ein Korb Fische vereinbart. Franziskus ließ gleich darauf diese Schuld im Voraus begleichen und dem Abt einen Korb Fische bringen.

    Am 3. Oktober 1226 starb in dieser Kirche Franziskus von Assisi im Kreis von Gefährten.

    Und jetzt das genannte Kuriosum: ein paar Jahrhundertespäter  wollte Papst Pius V. den mittlerweile berühmten hl. Franziskus ehren und ließ eine riesige  Kirche um die Kapelle herum bauen: die "Basilika Santa Maria degli Angeli" (Bauzeit 1569 bis 1679). Das passt so gar nicht in das Denken von  Franz von Assisi!

    Der originale  Steineichenwald ist übrigens längst nicht mehr da. Dort ist jetzt  der Ort "Santa Maria degli Angeli", ein Vorort von Assisi, und die Kirche ist mittendrin.

    Wer diese Kirche zum ersten Mal besucht, wird verblüfft sein: vorne im Altarbereich befindet sich eine kleine Kapelle - dem Wirkungsort von Franz von Assisi. 

    Hier ein paar Fotos:




    Samstag, 11. April 2026

    CINESCULTURA 2026





    Vom 22. – 26. April 2026 spielt die Musik beim 19. spanischen Film- und Kulturfestival cinEScultura in Regensburg die Hauptrolle! Denn die Themenschwerpunkte der 19. Ausgabe des spanischen Film- und Kulturfestivals cinEScultura liegen 2026 auf Musik & Liebe

    Die Menschen, die hinter dem Festival stehen und für das Festival arbeiten, verbindet eine leidenschaftliche Liebe zu Interkulturalität, Wissensvermittlung, Teilhabe, Diversität, Toleranz und Demokratie. Das sind die Bereiche, in denen die Musik für uns alle im weitesten Sinne spielt.

    Die Termine im Überblick

    Eröffnungsfest Mittwoch, 22. April 2026 um 19:00
    Ostentorkino & Kinokneipe / Adolf-Schmetzer-Str. 5 / Eintritt frei! / Einlass 18:30

    Eröffnungskonzert mit Jorge Pardo und Cristian de Moret: Encrucijada / Kreuzung
    In Kooperation mit dem Jazzclub Regensburg e. V.
    Donnerstag, 23. April 2026 / 20:00 Uhr / Einlass 19:30
    Kartenvorverkauf: www.okticket.de

    Filmprogramm am 24. 25. und 26. April in der filmgalerie im Leeren Beutel
    mit Love & Revolution, Llueve sobre Babel, Stay Homas, Un día Lobo López und Flores para Antonio

    Fotoausstellung Der Mensch auf tönernen Füßen - Flutkatastrophe in Valencia
    Vernissage: Dienstag, 24. März 2026 / 19:30 Uhr
    Ausstellungsdauer: 24.03.– 09.05.2026
    Stadtbücherei Regensburg, Haidplatz 8

    Fotoausstellung Kantabrien im Kino
    Ausstellungsdauer: 17.04.– 25.04.2026 im Donau-Einkaufszentrum, Ebene 2 (Fläche vor Drogerie Müller)

    Freitag, 10. April 2026

    Nico Sawatzki - GUTE GEGEND - 17.04.2026 in der Städtischen Galerie

    Die Stadt Regensburg und die Galerie Isabelle Lesmeister laden ein zur Eröffnung einer Ausstellung, die in der Städtischen Galerie stattfindet:

    Nico Sawatzki
    GUTE GEGEND
    Städtische Galerie im Leeren Beutel Regensburg
    18. April - 14. Juni 2026

    Vernissage: Freitag, 17. April um 19 Uhr

    Nico Sawatzki dürfte den Regensburger Kunstinteressierten bekannt sein. Seit ungefähr acht Jahren wird er von der Galeristin Isabella Lesmeister betreut, 2022 hatte er in ihrer Galerie seine erste Einzelausstellung in Regensburg. Sawatzki erhielt bereits mehrere Kunstpreise, darunter 2015 den Kunstpreis des Kunst- und Gewerbevereins Regensburgs, 2017 den Kunstpreis der Regensburger Kulturstiftung REWAG und seine Werke wurden von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, der Sammlung des Bezirks Oberpfalz sowie von einer Vielzahl privater Sammler*innen im In- und Ausland angekauft.

    In der aktuellen Ausstellung scheint es eine neue Art von Werken zu geben, bei denen auch eine konkrete Verortung der Werke in Regensburg denkbar sei. Aus der Vorankündigung zur aktuellen Ausstellung:  
    Für die Ausstellung GUTE GEGEND hat Nico Sawatzki einen neuen Werkkomplex entwickelt. Alle Arbeiten entstanden eigens für diese Ausstellung. Sawatzkis Malerei bewegt sich zwischen Abstraktion, Landschaft und Erinnerung. In vielschichtigen Überlagerungen von Sprühlack und Acryl entstehen atmosphärische Bildräume, die an Horizonte, Wetter oder ferne Landschaften erinnern. 
    Der Künstler versieht seine Bilder erstmals mit Koordinaten, die eine konkrete Verortung der Arbeiten in und um Regensburg zulassen. Orte, an denen Erinnerungen entstanden oder die mit bestimmten Emotionen verbunden sind. Dabei erhält man einen ganz persönlichen Einblick in das Aufwachsen des Regensburger Künstlers in dieser Stadt. So entstehen Bilder, die zwischen Kartografie und Atmosphäre vermitteln.


    Ausstellungseröffnung am 17. April:

    Grußworte

    Wolfgang Dersch, Kulturreferent der Stadt Regensburg
    Dr. Caroline Ebeling, Leitung Städtische Galerie im Leeren Beutel

    Einführung
    Dr. Isabelle Lesmeister, Kunsthistorikerin und Galeristin

    Drinks
    The ByrdCave Regensburg

    Musik
    Phil Kamp

    Künstlergespräch und Katalogpräsentation
    Donnerstag, 7. Mai um 19 Uhr
    Eintritt frei


    Führung durch die Ausstellung
    Mittwochs, 29. April, 13. Mai und 27. Mai, jeweils um 18 Uhr
    Eintritt frei




    Öffnungszeiten

    Dienstag - Sonntag von 10:00 bis 16:00 Uhr
    Die Städtische Galerie bleibt am Freitag, den 1. Mai (Tag der Arbeit) geschlossen.



    Donnerstag, 2. April 2026

    Neues im AKUSO

     

    Sabine Watzlawik (AKUSO) vor der Wanderausstellung "Festgehalten"

    Nach einer Erledigung in der Altstadt schaute ich kurz im AKUSO vorbei. Dort ist eigentlich immer etwas Interessantes zu sehen. Leiterin Sabine Watzlawik zeigt mir die schönen Bilder von Kerstin Alice Fischer im Obergeschoß, die es seit dem 25. März bis zum 18. April zu sehen gibt. 

    Außerdem wurde zufälligerweise gerade an diesem Tag die Wanderausstellung "Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945" aufgebaut. Statt einer Vernissage gibt es - mit Rücksicht auf die Osterferien - erst am 14. April eine Einführung in die Ausstellung.



    2. April - 25. April: AUSSTELLUNG im sozialen Buchsalon: Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945, Wanderausstellung des Projektes #LastSeen, in Koop. mit Stadt Regensburg, Eintritt frei

    Di., 14. April, 17 Uhr: Präsentation der Ausstellung: Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945

    Die weiteren Programmpunkte für den April 2026 kann man hier abrufen:
    https://akuso-regensburg.de/wp-content/uploads/2026/03/web-AKUSO-April-2026.pdf

    Im OG: Werke von Kerstin Alice Fischer (MORGEN DORT, HEUTE HIER II ; noch bis 18.4.)

    Mittwoch, 1. April 2026

    Zeitsprung: Regensburger Tagebuch von 10 Jahren - April 2016

     Welche Artikel erschienen vor 10 Jahren im April 2016 in diesem Blog?



    Frühling in Ramspau



    Spaziergang neben dem Hospiz in Pentling